|
|
Phasen des Sterbens nach Kübler-RossEs gibt, nach der Sterbeforscherin Kübler-Ross, bei Sterbenden verschiedene Phasen oder Zustände. Ich zähle sie hier kurz auf. I.Verleugnung:
Man leugnet ganz einfach die Krankheit auch wenn medizinische Untersuchungen
eindeutige Ergebnisse liefern. Man fordert z.B. neue Ärzte und Diagnosen. Zu
Beginn einer tödlichen Krankheit ist Verleugnen ein wichtiger
Schutzmechanismus. „Das ist unmöglich, das kann nicht sein.“ II.
Zorn und Groll: Nachdem man die Realität akzeptiert hat, fragt man:
"Warum gerade ich?" oft hasst man alle Ärzte, alle Gesunden, die
eigenen Angehörigen ... . III.
Verhandeln: Wenn ... , dann ... . Man verhandelt mit den Ärzten oder auch
mit Gott. Man versucht denen, von denen man sich Rettung erhofft etwas
anzubieten, um von ihnen Mittel zu erhalten, von denen man sich das Leben
erhofft. Man macht Gott Versprechen wie: „Wenn Du mich heilst, werde ich das
oder jenes für Dich tun.“ IV.
Depression: Man trauert und fühlt sich endgültig verloren, manche fühlen
sich schuldig, verlassen und isolieren sich selbst. V.
Einwilligung: Wer die letzte Phase erreicht schließt Frieden und willigt in
den Tod ein. Man versöhnt sich mit sich selbst, den anderen und Gott.
Einzelne
Phasen können sich überlappen oder wiederkehren. Sterbende können auch Phasen
überspringen. Angehörige machen in ähnlicher Weise diese Phasen durch.
Manchmal hinken sie hinterher. Wenn etwa der Sterbende schon in seinen Tod
eingewilligt hat und offen bekundet, dass er jetzt gehen will, kann es
geschehen, dass seine Kinder noch nicht eingewilligt haben. Das kann zu
Missverständnissen führen. Die Sterbende wünscht sich vielleicht schon in
aller Offenheit mit den Angehörigen darüber zu reden, sie aber vermeiden es,
weil sie es nicht wahr haben können, weil sie zornig sind, dass ihnen der
Vater, der Ehepartner ... genommen wird oder weil sie voller Trauer und Angst
wie benommen sind. Für
mich ist das Sterben ein Abschiednehmen und ein Wiedersehen am Zielort. Man
verliert dieses Leben und gewinnt ein unendliches, ewiges Leben. Die Beziehung
zu den Menschen wird abgebrochen, dafür erfährt man dann eine neue
Gemeinschaft von Erlösten, Engeln und Heiligen. Auch die Verwandten und
Freunde, die schon vorrausgegangen sind, wird man wiedersehen und schließlich
wird man Gott von Angesicht zu Angesicht schauen. Deshalb
ist der Tod wie eine zweite Geburt. Eine Geburt für eine unendliches Leben,
eine Geburt, die größer und schöner ist als die erste Geburt. In diesem Sinne
ist jemand der einem Sterbenden beisteht wie eine Hebamme. Er steht diesem
Menschen bei, damit seine Geburt besser verläuft als sie ohne Beistand
verlaufen würde. Sterbende können eine fast unendliche Einsamkeit fühlen, da
wird jemand der sich auf die Bettkante sitzt, die Hand hält und ihn freundlich
anschaut zum Schutzengel. Jesus
vergleicht sein eigenes Sterben und seine Auferstehung mit dem Gebären einer
Frau. Zuerst kündigt er seinen Jüngern an, dass er sterben werde und tröstet
sie dann mit den Worten: Wenn die Frau gebären
soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind
geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch
zur Welt gekommen ist. So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch
wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure
Freude. (Joh 16,21f) Nach diesen Worten kann man das Sterben wirklich als ein Geboren werden für die unendliche Welt ansehen. Eine Welt, in der wir nicht 80 Jahre, nicht 800 Jahre, nicht 800.000 Jahre leben werden, sondern ohne Ende. Ein Leben, das immer wieder neu sein wird von unvorstellbarer Fülle und nie endendem Reichtum. Der Heilige Josef gilt als Patron der Sterbenden, da man annimmt, dass Maria und Jesus bei seinem Sterben anwesend waren. Man kann ihn anrufen und um Beistand bitten. Viele Christen bitten auch um einen guten Tod. Er wird als Freund der Menschen das Gebet sicherlich weiterleiten zum unendlichen Gott und mit seiner Bitte verstärkten. |