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Astrologie auf Irrwegen

Der Himmel erscheint uns von der Erde aus gesehen als riesige Kugel, die wir von innen sehen und die jeweils in 24 Stunden um die Erde zu rotieren scheint. Die Sterne scheinen feste Positionen einzunehmen und wurden im Altertum zu verschiedenen Sternbildern zusammengefasst. Diese Zusammenfassung der Sterne zu Gruppen ist rein willkürlich. Während Homer 44 Sternbilder beschrieb, legte der griechische Astronom Ptolmäus 48 Sternbilder fest. Heute haben sich die Astronomen auf 88 Sternbilder geeinigt. Die Grenzen der Sternbilder aber blieben lange strittig, bis man sich 1930 bei der Internationalen Astronomischen Union auf die Grenzen einigte.

Vor diesem Hintergrund der Sternbilder bewegt sich die Sonne während des Jahres. Diese Bahn, die sie scheinbar am Himmel zeichnet wird Ekliptik genannt. In diesem ihrem scheinbaren Lauf durchkreuzt sie verschiedene Sternbilder. Dabei legten die ersten Astrologen 12 Bilder willkürlich fest. Bei genauerer Betrachtung aber überlappen sich die Bilder (Wassermann und Steinbock) oder werden nur gestreift (Löwe). Das Sternbild Widder liegt nicht direkt auf der Ekliptik folgerichtig müsste man auch das Sternbild Schlangenträger zu den Tierkreiszeichen zählen wodurch man auf 13 statt 12 Zeichen käme.

In der Astrologie wird das Jahr in 12 gleiche Teile eingeteilt und jeweils einem Zeitabschnitt ein Sternbild zugewiesen. Tatsächlich aber durchläuft die Sonne die Tierkreiszeichen in ganz unterschiedlichen Zeiträumen: Z. B. Krebs vom 23. Juli bis 16. August (= 24 Tage) oder Waage vom 1. November bis 18. Nov. (= 18 Tage) das "längste" Sternbild ist Jungfrau: 17. September bis 1. November (= 44 Tage)

Wie aus diesen Daten hervorgeht gibt es Differenzen zwischen diesen Daten und der Festlegung der griechischen Astrologen. Seit den mehr als 2000 Jahren haben sich nämlich durch die langsame Bewegung der Erdachse "verschoben". Dadurch stehen im ehemaligen Sternbild Widder nun andere Sterne, die zum Sternbild Fische zählen. Bereits damals bemerkte man die langsame Verschiebung und entschloss sich, das System der Sternzeichen an den Lauf der Sonne zu binden und nicht an die Sterne, genauso übrigens wie unseren Kalender. Das Sternzeichen Widder wurde von Ptolemäus im 2 Jahrhundert nach Christus auf 21.3.-19.4. festgelegt. Bis in unsere Zeit hat es sich fast um einen Monat verschoben: Beginn etwas 18. April.

Auch die Astrologen des Altertums haben die Verschiebungen schon erkannt und das astrologische System an die Sonne gebunden. Somit beginnt das Sternzeichen Wider immer mit dem Frühling am 21. März, trotzdem das Sternbild weitergewandert ist. Damit ergibt sich ein offener Widerspruch in der Astrologie. Einerseits behauptet man einen Einfluss der Sterne auf die Menschen, andererseits macht man das System aber unabhängig von den Bewegungen der Sterne.

Zu den Ungenauigkeiten kommt noch hinzu, dass 3 Planeten erste seit der Neuzeit bekannt sind (Uranus, Neptun und Pluto). Die Astrologie zählt auch die Sonne zu den Planeten. Die Daten über Orte und Bewegungen dieser Objekte werden in der Astrologie direkt aus astronomischen Berechnungen genommen, es werden also reale Mess- und Rechendaten genommen, allerdings auf einen anderen Hintergrund bezogen, eben den des Tierkreises und nicht auf die astronomischen Sternbilder.

Die Astrologie ordnet den 10 Planeten Eigenschaften und Einflüsse zu, wobei im allgemeinen die Sonne am wichtigsten ist: Sie bestimmt das Geburtssternzeichen.

Zum Zeitpunkt der Geburt wird die Stellung der Planeten im Tierkreis auf Grundlage astronomischer Daten errechnet. Für die Interpretation spielt dann eine Rolle, welcher Planet in welchem Sternzeichen steht und welche Winkelstellungen die verschiedenen Planeten zueinander einnehmen (Aspekte). Die wichtigsten davon sind die Konjunktion (0° - stehen am Himmel nebeneinander), die Opposition (180° - Gegenüberstellung) sowie Quadrat (90°), Trigon (120°) und Sextil (60°).

Da meldet sich ein weiterer Zweifel: Man nimmt den Zeitpunkt der Geburt als Anhaltspunkt, weil er in der Antike als Lebensbeginn galt. Heute aber können schon Kinder (Embryos) im 6. Monat überleben. Wieso sollte gerade der Zeitpunkt der Geburt mit den Sternen in Zusammenhang stehen? Bestimmt also der Zeitpunkt (Tag und Stunde) der Geburt über den Charakter und das Schicksal eines Menschen?

Seltsamerweise spielt der Mond keine Rolle bei den Berechnungen der astrologischen Daten obwohl er nachweislich durch seine Gravitation von allen Himmelskörpern durch seine Nähe den größten Einfluss auf die Erde hat. Man denke dabei nur an Ebbe und Flut. Auch Astorioidengürtel und Kometen bleiben unberücksichtigt. Der Sonne müsste als Gravitationszentrum unseres Sonnensystems ein ganz anderer Stellenwert zukommen. Der nächste Stern (Alpha Centauri) ist von der Erde 260.000 mal so weit entfernt von der Erde wie die Sonne, ganz geschweige von den anderen Sternen und Glaxien. Ähnliches gilt für die Planeten Jupiter hat eine Masse, die 317 mal größer als die der Erde ist und Merkur besitzt gerade einmal 5% der Erdmasse. Die Verhältnisse verschieben sich ganz wenn ein Vergleich mit der Sonne zieht. Die Sonne ist 109 mal so groß wie die Erde und 333.000 mal so schwer.

Unser Sonnensystem ist ein hochkomplexes Gebilde mit sehr vielen Wechselwirkungen, die bis heute nicht in modernen Computeranlagen berechnet werden können. Es mutet daher zum schmunzeln an, wenn Astrologen mit ihren Schemata etwas über das Leben der Menschen aussagen wollen.

Astrologie kann ein witziges Spielchen sein aber niemals wissenschaftliches Arbeiten. Bis heute bleibt die Astrologie den Beweis für ihre Behauptungen schuldig.

 

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