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Sterben des Seligen Pater Pios

Die Wundmale des P. Pios

P. Pio ist ein seliggesprochener Pater des Kapuziner-Ordens. (25.5.1887 –  23.9.1968). Er war in der ganzen Welt vor allem durch seine besonderen Gaben bekannt. Er trug genau 50 Jahre lang die Wundmale Jesu an seinem Leib.

Seine Hände und Füße waren während dieser Jahre stets durchbohrt und Blut ergoss sich kon­tinuierlich daraus. Auch an seiner Seite trug er eine Wunde. Er empfing sie am 20.9.1918. Er meditierte dort vor dem Kreuz über das Leiden Jesu. Da erschien ihm eine Gestalt und er fühlt sich wie entrückt. Von der Gestalt gingen fünf Strahlen aus, die P. Pios Hände, Füße und Seite durchbohrten. Die Wundmale wurden medizinisch untersucht. Dr. Fest untersuchte sie mehrmals medizinisch er betonte: 

<<Sie sind nicht das Ergebnis einer Verletzung äußerlichen Ursprungs. Sie sind auch nicht durch Anwendung chemischer Substanzen mit großer Zerstörungs- oder Irritationseinwirkung entstanden... deshalb konnten weder die Natur noch die Wissenschaft die geringste Veränderung herbeiführen.>> (zitiert in [Derobert, Pater Pio durchsichtig auf Gott (Hovine-Verlag 1990) S. 561]

Bei seinem Sterben trug sich folgendes zu:

Er sagte oft: «Ich fühle mich elend, es fehlt mir nur noch das Grab! Ich bin mehr im Jenseits als hier unten! Betet zum Herrn, dass er mich sterben lasse!» An diesem Abend [22.9.1968] war der Wärterdienst bei ihm an Pater Pellegrino. Seinem Bericht über diese Nacht entnehmen wir folgendes:

«Über die Zellenrufanlage», berichtet Pater Pellegrino, «rief mich Pater Pio auf sein Zimmer. Er war im Bett und lag auf der rechten Seite. Er bat mich nur darum, wie spät es an seinem Wecker sei, der auf seinem Nachttisch stand. Von seinen geröteten Augen habe ich ein paar Tränen weggewischt und bin in die Zelle Nr, 4 zurückgekehrt, um vor der Rufanlage, die immer in Betrieb gelassen wurde, in Hörbereitschaft zu verharren. Der Pater liess mich bis um Mitternacht noch fünf bis sechs Mal zu sich kommen. Er hatte immer noch von Tränen gerötete Augen, doch weinte er sanft und heiter.

Um Mitternacht flehte er mich wie ein verängstigtes Kind an: «Bleibe bei mir, mein Sohn!» und immer wieder fragte er mich nach der genauen Zeit. Er blickte mich mit flehenden Augen an und drückte mir sehr stark die Hände.

Dann, als hätte er den Sinn für die Zeit verloren, fragte er mich unablässig: «Junge hast Du die Messe schon gelesen?» Ich erwiderte lächelnd: «Pater Spiritual, es ist jetzt noch zu früh für die Messe!» - «Nun gut, erwiderte er, dann wirst Du sie heute morgen für mich lesen!» - «Aber ich lese sie doch jeden Morgen nach Ihrer Meinungen!»

Danach wollte er beichten und nach seiner Beichte, sagte er zu mir: «Mein Sohn, wenn der Herr mich heute ruft, bitte meine Mitbrüder um Verzeihung für allen Verdruss, den ich ihnen bereitet habe. Bitte sie, sowie meine Söhne darum für meine Seele zu beten!»

«Pater Spiritual, antwortete ich, ich bin sicher, dass der Herr Sie noch lange am Leben erhalten wird, aber falls Sie recht haben sollten, darf ich Sie um einen letzten Segen für Ihre Mitbrüder bitten, für all Ihre Söhne und für Ihre Kranken? » - «Ja, ich segne Sie alle», sagte er. «Bitte sogar den Obern, ihnen in meinem Namen diesen letzten Segen zu erteilen!» - «Was soll ich der Pia, dem Ettoruccio, ihrer Familie und der Schwester Pia sagen?» - «Sie wissen, wie sehr ich sie geliebt habe, gab er zur Antwort und brach dabei in Schluchzen aus, ich segne sie alle, ich segne sie alle!»

Dann äusserte er den Wunsch, seine Ordensprofess zu erneuern.

Um ein Uhr morgens sagte er zu mir: «Höre, mein Sohn, hier in meinem Bett kann ich nicht gut atmen, lass mich aufsitzen. Sitzend werde ich besser atmen!»

Er hatte die Gewohnheit, um ein Uhr, um zwei oder drei Uhr früh aufzustehen, um sich auf die Messe vorzubereiten. Bevor er sich in den Lehnstuhl setzte, tat er einige Schritte auf dem Gang. In dieser Nacht habe ich mit Überraschung bemerkt, dass er mit leichtem Schritt, gänzlich aufrecht, wie ein junger Mann dahinwandelte, dabei brauchte er meine Unterstützung nicht. Am Eingang seiner Zelle sagte er zu mir: «Gehen wir doch für einen Augenblick ruf die Terrasse hinaus!» Ich folgte ihm, wobei ich meine Hand unter seinen Arm hielt. Er selber zündete die Lampe an. Beim Lehnstuhl angekommen, setzte er sich und schaute neugierig rings umher. Er schien mit seinen Augen etwas zu suchen. Fünf Minuten später wollte er in seine Zelle zurückkehren, doch da sagte er mir: Das schaffe ich nicht!» In der Tat war er schwer geworden. «Pater Spiritual, halten Sie sich darüber nicht auf», sagte ich zu ihm, um ihn zu ermutigen, und zog den Fahrstuhl herbei, der gerade nebenan sich befand. Ich hob ihn auf, indem ich ihn unter den Achseln fasste und setzte ihn auf den Fahrstuhl. Er selber zog die Füsse hoch, um sie auf das Trittbrett abzusetzen. Als wir wieder in seine Zelle zurückgekehrt waren, wies er mit der linken Hand und dem Blick auf den Fahrstuhl hin und sagte: «Schaff ihn hinaus!»

Bei meiner Rückkunft nahm ich wahr, dass der Pater erbleichte. Seine Stirn bedeckte sich mit kaltem Schweiss. Mich fasste Entsetzen, als ich sah, dass seine Lippen verblichen. Er wiederholte unablässig: «Gesù, Maria!» [Jesus, Maria, Anm. d. Übers.] mit allmählich verblassender Stimme.

Ich erhob mich, um einen Mitbruder herbeizurufen. [...] Eilends lief ich zur Zelle von Pater Mariano, doch als ich die Türe bei Frater Guglielmo (Bill) weit offen stehen sah, zündete ich die Lampe an und schüttelte ihn: «Pater Pio fühlt sich elend!» Im Nu stürzte Frater Guglielmo in die Zelle Pater Pios und ich lief ans Telephon, um Dr. Sala herbeizurufen. In kaum zehn Minuten kam er herbei. Als er den Kranken sah, machte er sogleich eine Spritze bereit. Doch Pater Pio wiederholte unablässig mit allmählich nachlassender Stimme und mit einem immer weniger wahrnehmbaren Bewegen der Lippen: «Gesù. Maria!... »

Inzwischen waren durch Dr. Sala alarmiert, andere Ärzte der Casa Sollievo herbeigeeilt, sowie Mario Pennelli, der Neffe Pater Pios. Während ich den Guardian [der Obere des Klosters] und die übrigen Mitbrüder herbeigerufen hatte.

Während die Ärzte damit beschäftigt waren, dem Sterbenden eine Sauerstoffmaske vorzubinden, versah ihn Pater Paolo mit der Krankensalbung. Rings herum knieten betend seine Mitbrüder.

Um 2 Uhr 30 neigte er sanft das Haupt und entliess seinen letzten Hauch. Das war am 23. September 1968.

Alle Anwesenden küssten die Hand des hingeschiedenen Paters und zogen sich zurück, um das Bereiten des Leichnams zu ermöglichen.

Die schmerzliche Nachricht rief Betroffenheit, Rührung bis zu Tränen und Gebete hervor. Bald war die ganze Welt davon benachrichtigt: das wie bei Jesus durchbohrte Herz hatte zu schlagen aufgehört.

Unter Tränen zog die Menschenmenge lange in der Kirche an dem mit einer Glasscheibe bedeckten offenen Sarg vorüber, um der sterblichen Hülle des Paters die letzte Ehre zu erweisen. Immer strömten neue Ankömmlinge herbei und der Ordnungsdienst war erschöpft. Am Abend dieses Trauertages konnte man nicht einmal die Kirchtüren schliessen... Die ganze Nacht hindurch zog der Beileidszug am Leichnam Pater Pios vorbei.

[vgl. Derobert, P. Pio durchsichtig auf Gott, (Hovine-Verlag, 33, rue Longue B-7713 Marquain, Belgien, 1990) S. 801-803)]

 

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